09.03.2026
Wenn Worte nicht so wichtig sind
Der Ehrenamtliche mit dem Saxofon …
Schon als Kind entdeckte Jörg Riedel seine musikalische Ader. Heute gilt seine Leidenschaft dem Saxofon und dem Jazz. Regelmäßig kommt er in unsere Hospize Brücke und Sirius, um die Räume mit Musik zu füllen. „Musik ist einfach was Schönes und auch etwas sehr Emotionales. Und ich denke, dann bietet sich das Hospiz an, wenn Worte manchmal gar nicht so wichtig sind, sondern einfach auch mal Klänge eine Rolle spielen.“ Riedel erlebt die Hospize nicht als traurige Orte. Für ihn steht vielmehr die besondere Atmosphäre im Mittelpunkt: „Es ist ein Platz, um sich zu verabschieden und das kann natürlich traurig sein, aber das kann auch friedlich sein.“
Mit seinem Saxofon schafft er Momente der Ruhe und Nähe. Musik könne Emotionen unterstreichen, aber auch neue Stimmungen hineinbringen, sagt der Ehrenamtliche. Gerade an einem Ort, der häufig mit Trauer verbunden werde, sei das von großer Bedeutung.
Besonders bewegen ihn die Begegnungen mit Gästen und Zugehörigen. Ein Abend ist ihm nachhaltig im Gedächtnis geblieben: „Wie sie im Laufe der Zeit nochmal ein bisschen näher zusammengekommen sind und am Ende auch noch Hand in Hand saßen - sowas ist einfach schön.“
Für den Musiker hat sein Engagement eine tiefe persönliche Bedeutung: „Es ist so eine Phase für einen Menschen, wo er vielleicht das letzte Mal Musik hört und das zu unterstützen, hat eine große Bedeutung.“
Auch die Gäste zeigen sich begeistert: „So etwas aus erster Reihe zu erleben, das hat man nicht alle Tage.“ Nach dem Konzert wird noch gemeinsam Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. So wird aus Jazz mehr als nur Musik – es entsteht ein Moment der Begegnung.
